Tiefbau

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Eisbergbogentunnel

Allgemein

Im Zuge der ÖBB Linienverbesserung St. Pölten – Prinzersdorf wurde die ursprünglich in einem Einschnitt verlaufende Bestandstrasse der Westbahn durch eine Umlegung näher an das Siedlungsgebiet Eisberg herangerückt und dadurch der Gleisbogenradius vergrößert. Um den Lärmschutz im Nahbereich der Wohnbebauung gewährleisten zu können, erfolgte die Verlegung der neuen Trasse auf eine Länge von ca. 500 m in einen Grüntunnel. An der Ostseite der Unterflurtrasse schließt ein Umkehrplatz für Einsatzfahrzeuge direkt an das Tunnelbauwerk an.

Projektbeschreibung

Eisbergbogentunnel

Das Bauwerk ist als 3‑gleisiger, 2‑zelliger geschlossener Stahlbetonrahmen mit einer Gesamtbreite von ca. 22 m konzipiert. Die Errichtung der Konstruktion musste, wegen der Nähe der Wohnbebauung, im Bereich des mittleren Tunneldrittels  im Schutz einer geankerten Bohrpfahlwand  vorgenommen werden. Die Bohrpfähle bilden auch im Endzustand die Tunnelaußenwand und waren aus Brandschutzgründen mit Faserbeton auszuführen. Nach Fertigstellung dieses Bauabschnittes wurden die Anker rückgebaut.

Der restliche Bereich der Unterflurtrasse besaß bereits ausreichend Abstand zu Bebauung, sodass hier die Bauarbeiten im Schutze von Nagelwänden durchgeführt werden konnten.

 

Regelquerschnitt: Tunnelrahmen

Aus betrieblichen Gründen wurde der Gesamtquerschnitt durch eine durchgehende, öffnungslose Mittelwand in eine eingleisigen und in eine zweigleisigen Zelle unterteilt, wobei die erste Zelle in Abhängigkeit von den Betriebsphasen  als „Umfahrung“ der Baustelle vorweg in Betrieb genommen wurde, während die Bauarbeiten an der zweiten Zelle stattfanden. Aus diesem Grund mussten sowohl die Sohlplatten als auch die Deckenplatten durch Ausbildung von Querkraftfugen getrennt werden.

Das gesamte Bauwerk ist als weiße ‑Wanne ohne Abdichtung konzipiert. Einzig im Bereich der Querung einer geplanten Landesstraße wurden zusätzlich Abdichtungen vorgesehen. Dem erhöhten baulichen Brandschutz (Brandwiderstandsdauer von 60min) wurde mittels Einsatz von Faserbeton und einer „Hochtemperaturbemessung“ entsprochen. Die „Hochtemperaturbemessung“ des Bereiches der Straßenquerung erfolgte unter Ansatz der Verkehrslasten mit Ergänzung eines 2000 kN Sonderfahrzeuges. Architektonisch gestaltete mit Fertigteilen verkleidetet Tunnelportale schließen die Unterflurtrasse optisch ansprechend ab.

 

Eindeckung des Umkehrplatzes für Einsatzfahrzeuge

Der Umkehrplatz mit einer Grundrissfläche von ca. 500m2 wurde aus Schallschutzgründen in Form einer befahrbaren Grünbrücke aus Stahlbeton aufgeführt, wobei die Situierung in der Nähe von öffentlichen Flächen eine Umfassung mit Bohrpfahlwänden erforderte.

Leistungen

  • Einreichplanung
  • Ausschreibungsplanung
  • Kostenschätzung
  • Ausführungsplanung

Auftraggeber

ÖBB Infrastruktur AG


Voriges Projekt:
Bründlkapellentunnel GZU St. Pölten
Nächstes Projekt:
Wasserbehälter